Wer bei der ARAG Hausratversicherung eine entsprechende Zusatzvereinbarung getroffen hat, kann seinen Versicherungsschutz bei unverschuldeter Arbeitslosigkeit oder Erwerbsminderung aufrechterhalten, ohne den Beitrag zu zahlen. Hier erfahren Sie, welche Voraussetzungen gelten, wie lange die Beitragsfreistellung dauert, wann sie ausgeschlossen ist und welche Nachweise Sie erbringen müssen.
26.1 Wann leisten wir und welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, Ihren Versicherungsschutz aufrechtzuerhalten, ohne Ihren Versicherungsbeitrag zahlen zu müssen.
Die Voraussetzungen hierfür sind:
- Die Regelung muss zwischen uns vereinbart sein.
- Sie sind arbeitslos gemeldet (§ 137 Sozialgesetzbuch III) bzw. erwerbsgemindert (§§ 43 Sozialgesetzbuch VI).
Die erstmalige Beitragsfreistellung setzt voraus, dass Sie bei Eintritt des Befreiungsgrunds mindestens zwei Jahre ununterbrochen:
- in einem ungekündigten und nicht befristeten Arbeitsverhältnis nach deutschem Recht standen und
- ein Arbeitsentgelt bezogen haben, das über dem einer geringfügigen Beschäftigung (§§ 8, 8a Sozialgesetzbuch IV) lag.
Ein erneuter Leistungsanspruch setzt voraus, dass Sie wieder:
- in einem nicht befristeten Arbeitsverhältnis nach deutschem Recht standen und
- ein Arbeitsentgelt bezogen, das über dem einer geringfügigen Beschäftigung (§§ 8, 8a Sozialgesetzbuch IV) lag.
Die Regelung gilt höchstens für fünf Jahre. Dies gilt auch dann, wenn während der Beitragsfreistellung mehrere dieser Voraussetzungen gegeben sind (Beispiel: erst Arbeitslosigkeit, dann Erwerbsunfähigkeit).
Nach Ihrem Tod gilt die Beitragsfreistellung für die Person, die den Versicherungsvertrag mit uns fortführt.
26.2 Wann leisten wir nicht?
Eine Beitragsfreistellung nach Nr. 26.1 tritt nicht ein:
- wenn eine andere Person verpflichtet ist oder verpflichtet wäre, den Beitrag zu zahlen. Davon ausgenommen ist eine gesetzliche Unterhaltspflicht oder
- wenn Sie bereits vor Versicherungsbeginn arbeitslos bzw. berufs- oder erwerbsunfähig geworden sind oder
- wenn die Arbeitslosigkeit oder die Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit innerhalb von sechs Monaten nach Versicherungsbeginn eintritt. Dies gilt nicht, wenn die Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit Folge eines Unfalls innerhalb dieses Zeitraums ist oder
- wenn die Arbeitslosigkeit oder Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit verursacht ist durch:
- militärische Konflikte
- innere Unruhen
- Streiks
- Nuklearschäden, ausgenommen durch eine medizinische Behandlung, oder
- wenn die Arbeitslosigkeit oder Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit von Ihnen vorsätzlich verursacht wurde oder im ursächlichen Zusammenhang mit einer von Ihnen begangenen vorsätzlichen Straftat steht.
26.3 Was müssen Sie tun?
Den Anspruch auf Beitragsfreistellung müssen Sie unverzüglich geltend machen. („Unverzüglich“ heißt nicht unbedingt „sofort“, sondern „ohne schuldhaftes Zögern bzw. so schnell wie eben möglich“.)
Sie müssen:
- uns Auskunft über alle Umstände Ihres Anspruchs erteilen und
- uns nachweisen, dass die Voraussetzung für eine Beitragsfreistellung (Nr. 26.1) gegeben ist. Zum Nachweis müssen Sie eine amtliche Bescheinigung vorlegen.
26.4 Können wir Nachweise verlangen?
Wir können Sie höchstens alle drei Monate auffordern, aktuelle Nachweise dafür vorzulegen, ob Sie noch die Voraussetzung für eine Beitragsfreistellung erfüllen.
Wenn Sie dieser Aufforderung nicht unverzüglich nachkommen, beenden wir die Beitragsfreistellung. („Unverzüglich“ heißt nicht unbedingt „sofort“, sondern „ohne schuldhaftes Zögern bzw. so schnell wie eben möglich“.) Diese Beitragsfreistellung tritt jedoch mit sofortiger Wirkung wieder in Kraft, wenn die Auskünfte und Nachweise nachgereicht werden.
Die Nr. 26.1 bis 26.3 gelten nicht im Todesfall oder solange ein anderer bereits erbrachter Nachweis für die Beitragsfreistellung noch vorliegt.
26.5 Wann endet diese Zusatzvereinbarung?
Diese Zusatzvereinbarung können wir oder Sie kündigen, und zwar drei Monate vor dem Ende jedes Versicherungsjahres.
Die Zusatzvereinbarung endet automatisch zur auf das jeweilige Ereignis folgenden Hauptfälligkeit, wenn:
- Sie das 65. Lebensjahr erreichen;
- Sie sterben und die Person, die nach Ihrem Tod Ihren Versicherungsvertrag mit uns fortführt, zum Zeitpunkt Ihres Todes das 65. Lebensjahr vollendet hat.
26.6 Für wen gilt diese Zusatzvereinbarung nicht?
Für mitversicherte Personen aus Ihrem Versicherungsvertrag gilt diese Zusatzvereinbarung nicht.
Teil B: Allgemeine Versicherungsbedingungen für den Hausrat-Schutz (HSB Hausrat 2021)
Neben den nachfolgenden Versicherungsbedingungen für den Hausrat-Schutz gelten die „Allgemeine Vertragsbedingungen“ (siehe Teil A).
Dokumentversion: 2021.11
Was bedeutet das konkret?
Wenn Sie diese Zusatzvereinbarung getroffen haben und unverschuldet arbeitslos oder erwerbsgemindert werden, müssen Sie für Ihre Hausratversicherung vorübergehend keinen Beitrag zahlen, behalten den Schutz aber. Voraussetzung ist unter anderem, dass Sie zuvor über einen längeren Zeitraum sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben. Die Beitragsfreistellung ist zeitlich begrenzt und an regelmäßige Nachweise gebunden. In bestimmten Fällen greift sie nicht.
Häufige Fragen
Wie lange gilt die Beitragsfreistellung höchstens?
Die Regelung gilt höchstens für fünf Jahre. Das gilt auch dann, wenn während der Beitragsfreistellung mehrere Voraussetzungen nacheinander gegeben sind, etwa erst Arbeitslosigkeit und dann Erwerbsunfähigkeit.
Welche Voraussetzungen gelten für die erstmalige Beitragsfreistellung?
Sie müssen bei Eintritt des Befreiungsgrunds mindestens zwei Jahre ununterbrochen in einem ungekündigten und nicht befristeten Arbeitsverhältnis nach deutschem Recht gestanden und ein Arbeitsentgelt über dem einer geringfügigen Beschäftigung bezogen haben.
In welchen Fällen tritt keine Beitragsfreistellung ein?
Unter anderem dann, wenn eine andere Person zur Beitragszahlung verpflichtet ist (außer bei gesetzlicher Unterhaltspflicht), wenn Sie bereits vor Versicherungsbeginn arbeitslos oder erwerbsunfähig waren, wenn der Fall innerhalb von sechs Monaten nach Versicherungsbeginn eintritt, sowie bei bestimmten Ursachen wie militärischen Konflikten, inneren Unruhen, Streiks oder vorsätzlichem Verhalten.
Muss ich Nachweise vorlegen?
Ja. Sie müssen den Anspruch unverzüglich geltend machen, Auskunft erteilen und eine amtliche Bescheinigung vorlegen. Wir können Sie höchstens alle drei Monate auffordern, aktuelle Nachweise vorzulegen.
Gilt die Zusatzvereinbarung auch für mitversicherte Personen?
Nein. Für mitversicherte Personen aus Ihrem Versicherungsvertrag gilt diese Zusatzvereinbarung nicht.