Wer eine Pflegezusatzversicherung der ARAG hat, erhält die Leistungen auf Antrag ab Antragstellung – frühestens, wenn die Anspruchsvoraussetzungen und die Wartezeit erfüllt sind. Erfahren Sie, welche Nachweise nötig sind, wie ausländische Pflegekosten in Euro umgerechnet werden und warum Ansprüche grundsätzlich nicht abgetreten werden dürfen.
Teil I
(1) Der Versicherungsnehmer erhält die Leistungen auf Antrag. Die Leistungen werden ab Antragstellung erbracht, frühestens jedoch von dem Zeitpunkt an, in dem die Anspruchsvoraussetzungen vorliegen. Wird der Antrag nach Ablauf des Monats gestellt, in dem die Pflegebedürftigkeit eingetreten ist, werden die Leistungen vom Beginn des Monats der Antragstellung an erbracht. In allen Fällen ist Voraussetzung, dass die vorgesehene Wartezeit (vgl. § 3) erfüllt ist.
(2) Der Versicherer ist zur Leistung nur verpflichtet, wenn die von ihm geforderten Nachweise erbracht sind; diese werden Eigentum des Versicherers. Soweit Nachweise für die private oder soziale Pflege-Pflichtversicherung erstellt wurden, sind diese vorzulegen.
(3) Im Übrigen ergeben sich die Voraussetzungen für die Fälligkeit der Leistungen des Versicherers aus § 14 VVG (siehe Anhang).
(4) Der Versicherer ist verpflichtet, an die versicherte Person zu leisten, wenn der Versicherungsnehmer ihm diese als Empfangsberechtigte für deren Versicherungsleistungen benannt hat. Liegt diese Voraussetzung nicht vor, kann nur der Versicherungsnehmer die Leistung verlangen.
(5) Die in ausländischer Währung entstandenen Pflegekosten werden zum Kurs des Tages, an dem die Belege beim Versicherer eingehen, in Euro umgerechnet.
(6) Von den Leistungen können die Kosten abgezogen werden, die dadurch entstehen, dass der Versicherer auf Verlangen des Versicherungsnehmers besondere Überweisungsformen wählt. Kosten für Übersetzungen können auch von den Leistungen abgezogen werden.
(7) Ansprüche auf Versicherungsleistungen können weder abgetreten noch verpfändet werden. Das Abtretungsverbot nach Satz 1 gilt nicht für ab dem 1. Oktober 2021 abgeschlossene Verträge; gesetzliche Abtretungsverbote bleiben unberührt.
Teil II
Als Kurs des Tages gilt der offizielle Euro-Wechselkurs der Europäischen Zentralbank. Für nicht gehandelte Währungen, für die keine Referenzkurse festgelegt werden, gilt der Kurs gemäß „Devisenkursstatistik“, Veröffentlichungen der Deutschen Bundesbank, Frankfurt/Main, nach jeweils neuestem Stand, es sei denn, die versicherte Person weist durch Bankbeleg nach, dass sie die zur Bezahlung der Rechnungen notwendigen Devisen zu einem ungünstigeren Kurs erworben hat.
Dokumentversion: 2017.01
Was bedeutet das konkret?
Die Leistungen aus der Pflegezusatzversicherung fließen erst, wenn Sie einen Antrag stellen und die Voraussetzungen dafür erfüllt sind – dazu gehört auch die vereinbarte Wartezeit. Sie müssen die geforderten Nachweise einreichen, und in bestimmten Fällen wird direkt an die versicherte Person gezahlt. Kosten in fremder Währung rechnet der Versicherer in Euro um. Diese Zusammenfassung dient nur als Lesehilfe; maßgeblich sind die genannten Bedingungen.
Häufige Fragen
Ab wann werden die Leistungen gezahlt?
Die Leistungen werden auf Antrag ab Antragstellung erbracht, frühestens jedoch ab dem Zeitpunkt, in dem die Anspruchsvoraussetzungen vorliegen. Wird der Antrag nach Ablauf des Monats gestellt, in dem die Pflegebedürftigkeit eingetreten ist, werden die Leistungen vom Beginn des Monats der Antragstellung an erbracht. Voraussetzung ist in allen Fällen, dass die vorgesehene Wartezeit erfüllt ist.
Welche Nachweise muss ich vorlegen?
Der Versicherer ist zur Leistung nur verpflichtet, wenn die von ihm geforderten Nachweise erbracht sind; diese werden Eigentum des Versicherers. Nachweise, die für die private oder soziale Pflege-Pflichtversicherung erstellt wurden, sind vorzulegen.
An wen werden die Leistungen ausgezahlt?
Der Versicherer leistet an die versicherte Person, wenn der Versicherungsnehmer sie als Empfangsberechtigte für deren Versicherungsleistungen benannt hat. Liegt diese Voraussetzung nicht vor, kann nur der Versicherungsnehmer die Leistung verlangen.
Wie werden Pflegekosten in ausländischer Währung umgerechnet?
Pflegekosten in ausländischer Währung werden zum Kurs des Tages in Euro umgerechnet, an dem die Belege beim Versicherer eingehen. Als Kurs des Tages gilt der offizielle Euro-Wechselkurs der Europäischen Zentralbank. Für nicht gehandelte Währungen ohne Referenzkurs gilt der Kurs gemäß „Devisenkursstatistik“ der Deutschen Bundesbank, es sei denn, die versicherte Person weist durch Bankbeleg einen ungünstigeren Kurs nach.
Kann ich meine Ansprüche abtreten oder verpfänden?
Ansprüche auf Versicherungsleistungen können weder abgetreten noch verpfändet werden. Das Abtretungsverbot gilt nicht für ab dem 1. Oktober 2021 abgeschlossene Verträge; gesetzliche Abtretungsverbote bleiben unberührt.